Märchenstunde: Run-Off – Kein Nachteil für die Kunden?

Märchenstunde in der  Lebensversicherung. Quelle: pixabay.com

Der Run-Off der Generali Lebensversicherung ist vom BaFin genehmigt, wie Sie im Artikel des Versicherungsboten vom 09.04.19 (zum Artikel) erfahren. Wir alle bekommen in dem Zusammenhang zu hören, dass sich für die Kunden nichts ändern würde.

Wir haben schon mehrfach darauf hingewiesen, dass dies schlicht nicht möglich ist, denn die Generali hat verkauft, weil ihr der Verdienst künftig nicht genügt. Der Käufer Viridium will aber auch Geld verdienen. Wie will eine kleine Run-off-Gesellschaft am Kapitalmarkt mehr Ertrag erzielen, wie eine große Generali? Das geht eigentlich umgekehrt. Die Großen Anbieter nutzen Skalenerträge, die die Größe hergeben.

Keine Reputationsschäden

Unsere Meinung dazu ist, dass es sich eine Run-off-Gesellschaft einfach leisten kann, die Kunden nur mit einem Mindestmaß an Überschüssen zu bedienen, was bei einer Generali zu Reputationsschäden führen würde. Ziel des Run-off ist also den Kunden weniger zuzuführen, als es die Generali müsste, nämlich maximal den Garantiezins. Ein Versicherer muss die Kunden zwar an den Überschüssen partizipieren lassen, aber eben nur, wenn es welche gibt. Eine Generali kann sich ein schlechtes Kapitalanlageergebnis nicht leisten, eine Run-off-Gesellschaft schon.

Der Finanzstabilitätsbericht

Dass wir mit der Meinung nicht alleine stehen, zeigt der Finanzstabilitätsbericht der Bundesbank aus dem Jahre 2017! Ab Seite 85 beschäftigt sich der Bericht mit der Risikosituation der Lebensversicherer und auf Seite 92 (siehe Anlage)¹ wird dann unverblümt folgendes kundgetan:

„Versicherer im Run-off sind vom Wettbewerbsdruck abgekoppelt. Sie können sich darauf beschränken, die Versicherten nur im gesetzlich vorgeschriebenen Mindestumfang an den Überschüssen zu beteiligen. Somit besteht Spielraum, um die zugesagten Garantien zu erfüllen.“

Fehlender Risikoausgleich

Außerdem wird darauf hingewiesen, dass bei zu kleinen Beständen kein adäquater Risikoausgleich mehr möglich ist. Kauft die Run-off-Gesellschaft also keine Bestände mehr zu, weil das Geschäft zu uninteressant wird, steigt das Ruinrisiko des Versicherers mit dem Zeitablauf!

Wir denken, dass Ihre Kunden an der Nase herumgeführt werden!

Helfen Sie Ihren Kunden jetzt! Wir begleiten Sie dabei.

Sprechen Sie mit uns. Sie wissen ja, „factura – die machen das“.


¹ Den gesamten Finanzstabilitätsbericht finden Sie unter: https://www.bundesbank.de/resource/blob/665554/56c6d0e3ee21c4acb4824ca6f1f5d295/mL/2017-finanzstabilitaetsbericht-data.pdf

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