Mehr Schein als Sein: “Welcher Lebensversicherer ist der Beste?”

Die Zeitschrift €uro hat Lebensversicherungen unter die Lupe genommen.

…ist erschienen in der Zeitschrift €uro Ausgabe 03/19. Darüber berichtet Börse-Online. Zum Artikel. (Achtung: der Artikel wurde in der Zwischenzeit Offline gestellt!)

Ein äußerst interessanter Artikel, bei dem auch Vermittler viel Wissenswertes über die Lebensversicherer, deren Solvabilität und die Kostensituation erfahren. Sie sollten Ihn unbedingt lesen. Und zwar kritisch! Denn viel Information versteckt sich zwischen den Zeilen 😊

Einen Hinweis finden Sie z. B. auf der Seite 119 bei der Erläuterung der Eigenkapitalquote. Dort wird darauf hingewiesen, dass eine hohe EK-Quote ein Unternehmen zwar stabil macht, aber es wird auch klar, dass man sich die Frage stellen muss: „wo kommt das Geld denn her?“. Es wurde letztlich aus Erträgen, die die VN nicht erhalten haben, gebildet. Sehr auffällig sind in dem Zusammenhang die Unterschiede zwischen Nettoverzinsung und Überschussbeteiligung.

Für die Allianz z. B. werden 4,58 % Nettoverzinsung und nur 2,80 % Überschussbeteiligung angegeben. D. h. vom erwirtschafteten erhalten die Kunden nur 61,13 % gutgeschrieben! Für die Ideal dagegen finden wir Werte von 4,5 und 3,3 %. die Kunden erhalten also 73,33 % der erwirtschafteten Erträge.

Der Notenschlüssel

Sehr amüsant wird es allerdings, wenn man den Notenschlüssel näher betrachtet. Denn hier erfahren wir:

„Maximal waren in jeder Unterkategorie 100 Punkte möglich. Bis 83,33 Punkte gab es „sehr gut“, bis 66,67 Punkte „gut“, bis 50,00 Punkte „befriedigend“, bis 33,33 Punkte „ausreichend“, bis 16,67 Punkte „mangelhaft“. So großzügig werden die Notenschlüssel nicht einmal für Azubis bemessen.

Stellt man den Notenschlüssel der IHK dagegen – der gilt z. B. für die Auszubildenden zum „Kaufmann für Versicherungen und Finanzen“, dann wundert man sich doch sehr. Denn, die Messlatte wird für die „Rookies“ der Branche ungleich höher gelegt. Dort heißt es:

100-92 Punkte „sehr gut“, 92-81 Punkte „gut“, 81-67 Punkte „befriedigend“, 67-50 Punkte „ausreichend“, 50-30 Punkte „mangelhaft“ und unter 30-0 Punkte „ungenügend“.

Und das bedeutet, würde man den Notenschlüssel der IHK
(https://www.ihk-muenchen.de/ihk/documents/Berufliche-Bildung/notenschluessel-dezimal2.pdf) anlegen, wäre die Allianz nicht mehr mit einem „sehr gut“ gesegnet, sondern nur noch mit einem „gut“. Das setzt sich in allen Notenklassen fort und ein Versicherer, wie die Rheinland, der im „großen Test“ 49,14 Punkte erreicht und noch eine „ausreichend“ erhält, hätte bei der Kaufmannsprüfung eben mal eine 5 „mangelhaft“. Was nach diesem Notenschlüssel noch mit „mangelhaft“ bewertet wird ist in der Welt der Auszubildenden eine 5,8 also glatte 6.

Ihre Meinung interessiert uns!

Uns interessiert Ihre Meinung. Schreiben Sie uns, oder diskutieren Sie mit uns auf Facebook wie Sie die Zahlen interpretieren. Wir werden uns einmal die Mühe machen und die Noten mit dem IHK-Schlüssel umrechnen. Das Ergebnis werden wir Ihnen in der nächsten News präsentieren.

Ein Gedanke zu „Mehr Schein als Sein: “Welcher Lebensversicherer ist der Beste?”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.